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24.03.2012 SV Nienstädt - SC Rinteln 2:1

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Bezirksliga (jö). Die Trends des Jahres 2012 wurden am Samstag voll bestätigt: Der SV Nienstädt ist spielerisch in bester Laune, während der SC Rinteln an Qualität eingebüßt hat. Der 2:1-Derbysieg der Platzherren war nicht nur verdient, er hätte sogar um ein oder zwei Tore höher ausfallen müssen. Die scheuen Rintelner verloren durch die Rote Karte von Waldemar Dirks außerdem einen weiteren erfahrenen Spieler.

Trotz ihres ängstlichen Auftritts während der ersten Halbzeit lagen die Gäste nach sieben Minuten mit 1:0 vorne. Phillipp Böhning fabrizierte nach einem Freistoß von Pascal Herting ein Eigentor. Nienstädt schien das gar nicht zu registrieren. Die Platzherren trugen fortan leichtfüßige, flüssige und schöne Angriffe vor, die zunächst aber wenig brachten. Erst in der 39. Minute war es soweit: Pascal Holz quer auf Christos Christou – 1:1. Torwart Jannik Willers sah dabei schlecht aus. Von Rinteln war derweil überhaupt nichts zu sehen. Kein einziger durchdachter Angriff, kein Spielverständnis, nur wenig Tatendrang. An der ärgerlichen Miene von SCR-Trainer Duran Gök in der Halbzeit war aber zu erahnen, dass sich etwas ändern würde.

Tatsächlich zeigte Rinteln nach der Pause zunächst mehr Eifer. Aber der Aufbau der Gäste blieb zäh, war von Missverständnissen, Fehlpässen und Ungenauigkeiten geprägt. Danach auch noch zwei dumme Aktionen. Zunächst die völlig überflüssige Grätsche von Martin Kurka gegen Jan Carganico. Es gab Elfmeter, den Patrick Benecke zum 2:1 für Nienstädt verwandelte (60.). Dann die ebenso unnötige Rote Karte für Waldemar Dirks. Er schubste, als das Spiel schon unterbrochen war (71.). Sein Platzverweis wirkte wie eine Vorentscheidung. Rinteln entwickelte allenfalls durch Kastriot Hasani punktuell noch ein wenig Gefahr. Nienstädt hätte gegen die schwachen Gäste freie Bahn gehabt, blieb nun aber hinter seiner Spielfreude der ersten Halbzeit deutlich zurück.

SVN: Schütte (21. Bjarne Mücke), Schünemann, Schwarze, Peters (80. Ulbrich), Christou, Renke Mücke, Holz, Grohs, Benecke, Carganico, Böhning (88. Drewes).

SCR: Willers, Walter, Hasani, Herting (88. Apelt), Krohn, Erxleben (80. Kaufmann), Berkut, Rogowski (46. Schulz), Kurka, Dirks, Gök.

Quelle: Schaumburger Zeitung

Schaumburger Zeitung vom 23.03.2012

Bei den Hertings dreht sich alles um Fußball

Von Jörg Bressem

Fußball. Es ist nicht einfach, mit Pascal Herting einen Gesprächstermin zu finden. Der junge Mann verbringt seine Zeit in unterschiedlichen Missionen hauptsächlich auf dem Sportplatz. Dreimal pro Woche übt er mit dem SC Rinteln für die Bezirksliga. Außerdem trainiert er noch die B-Juniorinnen des Vereins, bei denen seine Schwester Chantalle spielt, und er unterstützt seinen Vater Lee beim Training der F-Jugendmannschaft, in der sein kleiner Bruder Etienne mitmischt.

Im Hause Herting sind sämtliche Familienmitglieder vom Fußball infiziert, auch Mutter Tatjana, die bei den Spielen fast immer dabei ist. „Es kann schon vorkommen, dass ich sechsmal pro Woche auf dem Fußballplatz bin“, erzählt Pascal Herting.

Die gesamte Familie ist derart fußballbegeistert, dass sie sogar eine eigene Homepage betreibt. Wer das Netz nach „Familie Herting unterwegs in Sachen Fußball“ durchsucht, findet auf der Internetseite der Familie allerlei Impressionen von Jugendturnieren, Punktspielen, dem Hallenmasters und Besuchen in der Schalke-Arena. Am Küchentisch gibt es bei den Hertings nur ein Thema – den Fußball.

Pascal Herting ist erst 20 Jahre alt, war beim SC Rinteln aber schon immer ein Stammspieler. Im C-Jugendalter wechselte er vom SC Rinteln zum VfL Bückeburg, kam in den Genuss einer hochwertigen Fußballausbildung und spielte dort bis ins A-Jugendalter. Den Übertritt in den Herrenfußball machte er aber beim heimischen SC Rinteln. „Ich wollte unbedingt spielen und einen Stammplatz haben“, begründet Pascal Herting seine Rückkehr, „beim VfL Bückeburg wäre das kaum möglich gewesen.“ Doch beim SC Rinteln, da gehörte er auf Anhieb zur Startelf, zu Beginn noch unter dem damaligen Trainer Reinhard Stemme.

Pascal Herting war in seinen ersten Herrenspielen auf Anhieb stark, setzte mit seinem eleganten, technisch ausgerichteten Spiel aus dem rechten Mittelfeld heraus wichtige Impulse. Der Rechtsfuß ist immer 90 Minuten unterwegs, schließt Lücken und reißt auch Lücken in der Vorwärtsbewegung. Trotz seines jugendlichen Alters demon-striert Herting im Zweikampf schon eine gehörige Portion Cleverness, gewinnt viele entscheidende Duelle Mann gegen Mann und ist in der Lage, mit viel Übersicht das Offensivspiel zu eröffnen.

Doch dann kam der plötzliche Einbruch, bei der Mannschaft und auch bei Pascal Herting. Der SC Rinteln geriet nach zunächst starkem Saisonstart unvermittelt in Abstiegsgefahr, die unter dem neuen Trainer Duran Gök erst im Saisonfinish gebannt werden konnte. „Der Start für ihn war schwer, aber er hat uns wieder ein taktisches Konzept vermittelt“, berichtet Pascal Herting.

Auch die höhere Trainingsintensität unter Duran Gök habe sich positiv ausgewirkt. Der SC Rinteln steht heute gut da. Abstiegsängste gehören der Vergangenheit an, obwohl im letzten Sommer vermeintlich wichtige Spieler gingen und der Kader gegenüber der letzten Saison wahrlich nicht stärker geworden ist. Dass es trotzdem gut läuft, liege an den jungen Spielern, meint Pascal Herting. „Die sind heiß, sind motiviert, wollen was zeigen.“ Mit jungen Leuten spiele er deshalb lieber zusammen. Ihre Einstellung gefalle ihm besser als die von etablierten Spielern, die auf ihre Verdienste und althergebrachten Rechte pochen.

Sein Ziel sei es, mit dem SC Rinteln eines Tages in die Landesliga aufzusteigen, erzählt Pascal Herting: „Deshalb bin ich hierhergekommen.“ Sollte das nicht möglich sein und es interessante Angebote anderer Vereine geben, könnte er sich vorstellen, womöglich auch mal andernorts zu spielen.

Pascal Hertings Engagement für den Fußball könnte demnächst aber ein wenig eingeschränkt werden. Im Sommer beginnt er bei der Volksbank in Schaumburg eine Ausbildung zum Bankkaufmann, die ihn wahrscheinlich zeitlich einschränken wird, weiß er. Statt auf dem Sportplatz wird er sich dann Erholung bei den von ihm geliebten Sitcoms im Privatfernsehen suchen müssen. Außerdem gibt es ja noch die entspannenden Fußballgespräche am Küchentisch der Familie. „Wir bleiben sicherlich noch viele Jahre gemeinsam unterwegs in Sachen Fußball“, glaubt Pascal Herting.

21.03.2012 SC Rinteln - TSV Bückeberge 0:1

18.03.2012 SC Rinteln - MTV Bevern 2:1

17.03.2012 TSV Bückeberge 2 - SC Rinteln 1:9

14.03.2012 Deister United - SC Rinteln 1:4

10.03.2012 FC Eldagsen - SC Rinteln 4:1

03.03.2012 Oberliga: VFL Bückeburg - Eintracht Braunschweig U23 2:2

bückeburg - braunschweig
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